Ausbildungstag „Atemschutz & Einsatzstellenhygiene“

Offizieller Pressebericht der Feuerwehr der Gemeinde Schlangenbad:

Horizonterweiterung und fachliche Fortbildung im Bereich Atemschutz

Atemschutzeinsätze stellen hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte. Physisch wie auch psychisch. Um für diese Szenarien noch besser gerüstet zu sein, hat die Feuerwehr der Gemeinde Schlangenbad wieder für alle Atemschutzgeräteträger der sieben Ortsteilfeuerwehren sowie alle am Thema Atemschutz Interessierten Einsatzkräfte einen gemeinsamen Ausbildungstag am Samstag, den 18.04.2026, durchgeführt. Veranstaltungsort war das Feuerwehrhaus in Schlangenbad-Kern.

Am Vormittag stand zunächst eine Stationsausbildung an drei Stationen auf dem Programm. An Station 1 wurde ein realer Atemschutznotfall bei einem Routineeinsatz aus dem deutschen Feuerwehrwesen besprochen. Christian Kaiser und Marius Hopf erläuterten hier, wie es zu diesem Unfall kam, bei dem Deckenteile eines Wärmedämmverbundsystems einen Atemschutzgeräteträger verschütteten. Schwerpunkt war hierbei das Verhalten und die Taktik der Atemschutzgeräteträger, die Rolle der persönlichen Schutzkleidung, die Wichtigkeit der kontinuierlichen intensiven Fortbildung und das Erlangen von Routinen und Automatismen.

An der zweiten Station wurde unter der Leitung von Markus Tauer die Bestandteile und das richtige Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung sowie die notwendigen Einsatzgerätschaften, die der Atemschutztrupp im Einsatz mitführen muss, besprochen. Auch der Sicherheitstrupp, der beim Atemschutzeinsatz immer bereitstehen muss, war hier ein wichtiger Punkt.

Alle Atemschutzgeräteträger werden im Einsatz an der sog. Atemschutzüberwachung überwacht. Um diesen Bereich ging es an Station 3. Markus Scholl und Tobias Schöffel besprachen hier mit den Teilnehmern, welche Daten und Zeiten zu erfassen sind und warum das so wichtig ist. Auch die praktische Umsetzung im Einsatz wurde besprochen (wer funkt wann mit wem?).
Ein weiterer Schwerpunkt war an dieser Station das richtige Ablegen der Ausrüstung und der Schutzkleidung nach dem Einsatz bis hin zum Anziehen von Wechselwäsche. Hier gilt es, eine Kontaminationsverschleppung von der mit Brandrauch und Brandrückständen verschmutzten Kleidung auf die Einsatzkraft zu vermeiden und Kleidung wie auch Gerätschaften richtig zu reinigen.
Diese Einsatzstellenhygiene gewinnt immer mehr an Bedeutung, um die Einsatzkräfte vor den gesundheitsschädlichen Stoffen im Brandrauch zu schützen.

In der Mittagspause konnte sich bei gegrillter Bratwurst und kalten alkoholfreien Getränken gestärkt werden. Hier gab es auch Gelegenheit, ortsteilübergreifende Gespräche zu führen und sich näher kennenzulernen.

Den Abschluss der Fortbildung bildete eine große Einsatzübung am Haus Tanneneck in der Wiesbadener Straße. Johannes Freiling und Simon Hellmold hatten hier einen Gebäudebrand mit Menschenrettung aus einem Obergeschoß vorbereitet. Ein gemischter Löschzug mit Teilnehmern aus allen Ortsteilen rückte an und setzte das vorher Erlernte in der Praxis um. Dieser „kritische Wohnungsbrand“, also ein Brand in einem Obergeschoß eines Gebäudes mit Menschenrettung über den Treppenraum und über tragbare Leitern der Feuerwehr, dient u.a. auch als Bemessungsgrundlage für die Aufstellung einer leistungsfähigen Feuerwehr in einer Gemeinde.

Teilgenommen haben an dieser interessanten und informativen Fortbildung 34 Einsatzkräfte aus allen Ortsteilfeuerwehren der Gemeinde Schlangenbad.
Nach den Abschlussworten von Gemeindebrandinspektor Markus Faust ging der Ausbildungstag gegen 15:00 Uhr zu Ende.

Hier wurden von den Einsatzkräften wieder viele Stunden Freizeit für die Sicherheit der Schlangenbader Bürger und Gäste investiert!

Vielen Dank an alle Ausbilder, das Grillteam und vor allem an alle teilnehmenden Einsatzkräfte der sieben Ortsteilwehren! Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an Gemeindebrandinspektor Markus Faust, der auch die Planung, Einladung, Logistik und Verpflegung des Ausbildungstages organisiert hat.